Hochauflösende Reflexionsmessung mit Leuchtdichtekamera

Unsere Leuchtdichtemesskamera (LMK)-basierte Reflexionsmessung ermöglicht eine schnelle und hochaufgelöste Bewertung von Reflexionseigenschaften und ist Teil des Display Package. Im Gegensatz zu herkömmlichen, goniometerbasierten Methoden erfasst das System detaillierte Luminanz- und Farbinformationen in einem einzigen Messaufbau – mit minimalem Aufwand. Damit ersetzt LMK Reflection klassische Spotmeter-Verfahren durch eine hochauflösende bildgebende Lösung, die Reflexionseigenschaften effizient und winkelaufgelöst erfasst.

Durch den Einsatz einer Typ-II-kalibrierten LMK mit konoskopischem Objektiv werden sowohl die Messprobe als auch die Lichtquelle scharf abgebildet. Eine automatische Orientierungserkennung minimiert Positionierungsaufwand und ermöglicht einen schnellen, robusten Aufbau. Messergebnisse werden automatisch in das Koordinatensystem der Messprobe transformiert – für eine intuitive und normgerechte Auswertung.

 

Vorteile auf einen Blick

  • Maximale Flexibilität und Einfachheit
    • Kein Goniometer, keine Motorachsen: Schneller und unkomplizierter Aufbau
    • Schnelle Ausrichtung durch automatische Orientierungserkennung
    • Flexible Einsetzbarkeit und Auswertung: Ideal für R&D, Konformitätsanalyse und Vergleichsmessungen
  •  Vollständige Erfassung in einem Aufbau
    • Großer Winkelbereich: Viele Betrachtungsrichtungen in nur einem Messbild
    • Live-Transformation ins Koordinatensystem des DUT
    • Konoskopisches Objektiv: Gleichzeitige, fokussierte Abbildung von Lichtquelle und DUT
  • Präzise und robuste Ergebnisse
    • Hohe Messstabilität durch Typ-II-Kalibrierung und automatische Orientierungserkennung
    • Unterstützt indirekte Beleuchtungsstärkemessung
    • Optimal auch für komplexe Reflexionsverteilungen und diffraktive Effekte

Konzept der Orientierungserkennung am Beispiel eines Displays

Optimieren Sie Ihre Reflexionsmessungen

Mit LMK Reflection bieten wir eine leistungsstarke, flexible und hochauflösende Lösung für die moderne Reflexionsanalyse.
Kontaktieren Sie unsere Experten noch heute für eine optimale Lösung für Ihre Messanwendung oder für eine Demonstration der LMK Reflection!

Fallstudie: ISO 15008-konforme Reflexionsmessung

Unsere Lösung ermöglicht die Konformitätsprüfung nach ISO 15008 (externer Link). Die normgerechte Messgeometrie (z. B. CID 45°/20° oder IC 25°/0°) lässt sich schnell und ohne mechanischen Aufwand umsetzen. Die hochauflösende Erfassung der Reflexion über viele Blickrichtungen ermöglicht eine exakte Auswertung im relevanten Sichtbereich. Durch die flexible Region-of-Interest-Definition lassen sich auch lokale Effekte wie z. B. Diffraktion gezielt analysieren. Die Messdaten werden direkt auf die Zielbeleuchtungsstärke von 45 klx skaliert und stehen im Koordinatensystem der Messprobe für die normgerechte Auswertung bereit. 

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Auswertebild einer in-plane CID Messung (45°/20°)

Fallstudie: Trennung von Reflexionskomponenten

In Kombination mit einer Lichtquelle mit variabler Annulus-Apertur (engl. variable aperture source) ermöglicht unsere bildgebende Lösung die präzise Trennung von Lambert’schen und spekularen Reflexionsanteilen – normgerecht und in nur einer Aufnahme.

Die hochauflösende Messung über viele Richtungen gleichzeitig ermöglicht eine detaillierte Analyse von Haze-Effekten und diffraktiven Strukturen, wie sie bei modernen Displayoberflächen häufig auftreten. Sie unterstützt dabei normgerechte Auswertungen, z. B. nach ISO 9241-307, IEC 62977-2-2 oder IDMS (externe Links) 1.3 Kapitel 11.7.3.

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Reflexionskomponenten eines Displays in einem Messbild

Fallstudie: Blendbewertung bei Solarpanelen

Im Vergleich zu komplexen Goniometer-Setups erlaubt unsere LMK mit konoskopischem Objektiv eine schnelle, reproduzierbare Messung der Reflexionseigenschaften bei unterschiedlichen Einfallswinkeln zur Unterstützung der behördlichen Blendbewertung. Die automatische Ausrichtung per Testbild vereinfacht den Aufbau erheblich. Dank der winkelaufgelösten Messbilder lassen sich beispielsweise Unterschiede zwischen konventionellen und reflexionsoptimierten Solarpanelen objektiv bewerten.

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Schematische Reflektion eines Solarmoduls

FAQ — LMK Reflection

LMK Reflection erfasst die vollständige winkelaufgelöste Reflexionsverteilung eines Displays in einer einzigen Aufnahme — und ersetzt aufwändige Spot-Meter- und Goniometer-Aufbauten durch eine schnelle, normkonforme Messung. Technisch kombiniert das LabSoft-Add-on eine Typ-II-kalibrierte LMK-Leuchtdichtemesskamera mit einem konoskopischen Objektiv, einem Algorithmus zur automatischen Orientierungs­erkennung und einer geometrischen Verarbeitung in das Koordinaten­system des Messobjekts (DUT).

Ein klassisches Spot Meter liefert pro Ausrichtung einen einzigen Integralwert für die ausgerichtete Blickrichtung. Mit goniometrischem Scannen lassen sich viele solcher Werte erzeugen, indem das Spot Meter bewegt wird — jeder Einzelwert erfordert dabei eine eigene Bewegung und Messsequenz, sodass ein vollständiger Scan typischerweise Minuten bis Stunden dauert. Hinzu kommt: Jeder Einzelwert ist weiterhin über das Messfeld des Spot Meters integriert (der Winkel, über den das Gerät mittelt), sodass auch bei sehr feiner Scan-Auflösung dieses Messfeld steile Reflexionspeaks glättet und die effektiv erreichbare Winkelauflösung begrenzt.

Eine bildgebende ILMD Typ II erfasst dagegen alle relevanten Blickrichtungen in einer einzigen Aufnahme (Sekunden) und ordnet jedem Sensorpixel einen deutlich kleineren Öffnungswinkel zu — die Winkelauflösung ergibt sich aus der optischen Auflösung und der Pixelgröße der Kamera und nicht aus einem integrierten Messspot. Das Ergebnis: umfassende Winkeldaten in einem Schritt, feinere Winkeldetails bleiben erhalten — und weil die vollständige Winkelverteilung in jeder Aufnahme sichtbar ist, sieht der Anwender direkt, wo die Ausrichtung kritisch ist (Regionen mit steilen Leuchtdichtegradienten) und wo sie unkritisch ist. Bei einer einzelnen Spot-Meter-Messung bleibt diese Information per Definition verborgen: eine Zone mit steilem Gradienten sieht aus wie eine flache, und man kann auf einem fehljustierten Peak sitzen, ohne es jemals zu bemerken.

Die einschlägigen Display-Reflexionsnormen (ISO 15008, IEC 62977-2-2, IDMS 1.3, ISO 9241-307) wurden ursprünglich für Spot-Meter-Messungen formuliert. Der bildgebende Ansatz ist mit deren Definitionen und Grenzwerten vollständig vereinbar — es werden dieselben Größen (spekulare, Haze- und Lambert'sche Reflexion) ausgewertet, jedoch mit deutlich reicherer Winkelinformation und geringerer Aufbaukomplexität. Im Detail:

  • ISO 15008 – Lesbarkeit von Fahrer-Informationssystemen unter Umgebungslicht (Mindestkontrast 2:1, Geometrien CID 45°/20° und IC 25°/0°, 45 klx Zielbeleuchtungsstärke).
  • IEC 62977-2-2 – Reflexionsmessungen an elektronischen Display-Modulen.
  • IDMS 1.3, Kapitel 11.7.3 – International Display Metrology Standard (SID/ICDM).
  • ISO 9241-307 – ergonomische Anforderungen an elektronische Bildschirmarbeitsplätze.

Eine ILMD Typ II ist sowohl photometrisch (V(λ)-angepasst) als auch geometrisch kalibriert: Jeder Sensorpixel ist eindeutig einer Richtung im Raum zugeordnet. Damit liefert die Kamera direkt die Leuchtdichte als Funktion der Blickrichtung — Voraussetzung für eine normkonforme CID/IC-Auswertung und für die Trennung der Reflexionsanteile über die volle Winkelverteilung. Die Typ-II-Kalibrierung ist auch für LMK-Color-Varianten verfügbar, sodass bei Bedarf reflektierte Farbe im selben Workflow ausgewertet werden kann.

Statt das Display mechanisch exakt zur Kamera auszurichten (was bei Goniometer- oder Spot-Meter-Verfahren nötig ist), wird ein gedrucktes oder dargestelltes Testmuster auf dem DUT angezeigt. Ein Algorithmus rekonstruiert daraus die geometrische Lage des DUT zur Kamera und transformiert das Messbild live in das sphärische Koordinatensystem des DUT. Das Verfahren minimiert den Justageaufwand, erlaubt einen einfachen Wechsel zwischen Messgeometrien (z. B. CID ↔ IC) und ist besonders wertvoll für Prototypen oder DUTs ohne standardisierte Halterungen — typische Situationen in der frühen Entwicklungsphase und im Automotive-Bereich.

Die bildgebende Methode wurde gegen klassische Referenzaufbauten kreuzvalidiert. Der LMK-basierte Workflow wurde mit 16 konventionellen Spot-Meter- und Goniometer-Referenzmessungen verglichen — sowohl für die spekulare als auch für die Lambert'sche Reflexionskomponente. Die bildgebenden Ergebnisse stimmen innerhalb der typischen Messunsicherheit mit den konventionellen Referenzwerten überein. Damit liefert der bildgebende Ansatz quantitativ gleichwertige Werte zu den etablierten Referenzverfahren — bei gleichzeitiger zusätzlicher Winkelinformation, die mit Spot-Meter-Integration nicht zugänglich ist.

Die vollständige Studie ist Open Access über die TU Darmstadt verfügbar.

LMK Reflection erfasst die vollständige winkelaufgelöste Reflexionsverteilung in einem einzigen Bild. Die klassischen Komponenten — spekular, Haze und Lambert'sch — werden anschließend im Post-Processing dieser Daten bewertet, beispielsweise mit der Annulus-Source-Methode aus unserer J-SID-Fallstudie, in der eine Lichtquelle mit variabler Annulus-Apertur die Anteile isoliert:

  • Spekulare Komponente — spiegelnde Reflexion der Lichtquelle; abhängig von ihrer Leuchtdichte.
  • Haze-Komponente — nahspekulare Streuung um den Glanzwinkel; abhängig von der Beleuchtungsstärke und der Winkelausdehnung der Lichtquelle.
  • Lambert'sche Komponente — diffuser, isotroper Anteil; abhängig allein von der Beleuchtungsstärke.

Die hochaufgelösten Bilddaten machen außerdem die Beugungskomponente für die Auswertung zugänglich.

Die Pixel- und Subpixel-Anordnung eines Displays wirkt wie eine periodische Mikrostruktur. Trifft Umgebungslicht auf diese Struktur, wird es in diskrete Beugungsordnungen abgelenkt und erscheint als buntes, regenbogenartiges Muster heller Punkte außerhalb der direkten Reflexion (am leichtesten zu beobachten auf manchen OLED-Smartphones unter direktem Sonnenlicht). Das ist die Beugungskomponente der Reflexion. Untersuchungen mit einer Lichtquelle mit variabler Annulus-Apertur zeigen, dass dieser Anteil linear mit der Leuchtdichte der Lichtquelle skaliert und von deren Winkelausdehnung abhängt — er ist also bei kleinen, hellen Quellen (Sonne!) besonders relevant für Sichtbarkeit und Lesbarkeit. Mit einer ILMD Typ II + Konoskop wird die Beugungskomponente in einer einzigen Aufnahme orts- und richtungsaufgelöst erfasst — eine Information, die über die Integration eines Spot Meters kaum zugänglich ist.

Die ISO 15008 fordert für fahrerrelevante Displays einen Mindestkontrast von 2:1 unter direktem Sonnenlicht (45 klx, CID 45°/20° oder IC 25°/0°). LMK Reflection erfüllt die Messanforderungen mit einem deutlich schnelleren Setup als die Spot-Meter-Referenzmethode: Aufbau ohne Goniometer, automatische Transformation in das DUT-Koordinatensystem und ROI-basierte Auswertung im Sichtfeld des Fahrers. Die Methode wurde in einem Round-Robin-Versuch mit fünf Fahrzeugdisplays und mehreren Laboren validiert.

LMK Reflection ist verfügbar für die LMK-6-Serie (LMK 6-5, 6-12, 6-30) in Kombination mit dem Konoskop-Compact-Objektiv.

  • Monochrome Varianten werden für normkonforme V(λ)-Leuchtdichtemessungen empfohlen.
  • Color-(Filterrad-)Varianten ermöglichen zusätzlich die Bewertung reflektierter Farbe — relevant für die Charakterisierung von hochwertigen Display-Interieurs sowie für Beugungseffekte.

Bestehende LMK-6-Systeme lassen sich nachrüsten; bitte kontaktieren Sie uns.

Ja. Ein typisches Beispiel ist die Blendbewertung bei Photovoltaik-Anlagen (z. B. die Wiener Richtlinie MA 37 – 476239-2022, die kumulative Blendung auf < 30 h/Jahr an definierten Immissionspunkten begrenzt). Statt vollwinkliger BRDF-Scans mit Mehrachs-Goniometern reicht ein bildgebender Aufbau — einschließlich automatischer Ausrichtung über Testmuster und schnellem Wechsel zwischen Einfallswinkeln. Die winkelaufgelösten Falschfarbenbilder erlauben den objektiven Vergleich konventioneller und reflexionsoptimierter PV-Module.

Nein. Die Lichtquelle wird mit derselben LMK-Kamera über einen Lambert'schen Reflexionsstandard charakterisiert. Daraus wird die Beleuchtungsstärke an der DUT-Oberfläche abgeleitet — ein separates Beleuchtungsstärkemessgerät ist nicht zwingend erforderlich.

Die Methode wurde in einem Round-Robin-Versuch mit fünf Fahrzeugdisplays und mehreren Laboren validiert; alle teilnehmenden Labore nutzten unterschiedliche LMKs mit derselben Typ-II-Kalibrierung. Die hohe Reproduzierbarkeit beruht auf der Werkskalibrierung, der Algorithmus-basierten Orientierungserkennung und einer dokumentierten Workflow-Definition.

Der vollständige Workflow-Artikel ist Open Access im Information Display Magazine verfügbar.

Eine V(λ)-angepasste LMK Typ II deckt vier für Cover-Material relevante Standards ab — Sparkle, MTF, Reflexion und Umgebungslicht-Kontrast — durch Wechsel der Objektive und Konfiguration der Messgeometrie:

  • IEC 62977-3-9 – Sparkle (Standard-Objektiv)
  • IEC 62977-3-6 – MTF / Auflösungsvermögen (makroskopisches Objektiv)
  • IEC 62977-2-1 – Reflexion (Konoskop-Objektiv)
  • ISO 15008 – Kontrast unter Umgebungslicht (Konoskop-Objektiv)

Damit ersetzt eine Plattform mehrere dedizierte Messgeräte für die vollständige Charakterisierung von Display-Cover-Materialien (Anti-Glare-Schichten, AR-Coatings, strukturiertes Glas).

Publikationen

16. International Symposium on Automotive Lighting

Understanding the reflective properties of materials is essential for optimizing their appearance under ambient lighting conditions. In the case of automotive interiors, this applies particularly to directional sunlight. However, conventional measurement setups are often complex or provide only limited information. We present a novel solution for fast, high-resolution reflectance measurements that combines high flexibility with a simple setup. This approach uses an imaging luminance measurement device (ILMD) with a special lens and type II calibration. This means that the ILMD is both photometrically and geometrically calibrated. This way, we know the exact sensor pixels of each captured light ray and can assign an angular coordinate. Instead of fixed, pre-defined geometric positioning, we use a test pattern and a specific algorithm to calibrate the alignment of the lens relative to the measurement surface. This allows for flexible setups, and any captured image can be directly converted into the angular coordinate system of the surface under test. Using the luminance camera and a Lambertian reflectance standard, the light source can be set up and calibrated regarding direction, illuminance, angular subtense and uniformity. We verify the method by comparing it to 16 conventional measurements for the specular and Lambertian reflectance. Finally, we validate the concept in a case study in which we quantify the reflective properties of five different vehicle displays to evaluate readability in sunlight according to ISO 15008 in a round-robin test involving multiple laboratories, each using different ILMDs that received the same type II calibration.
Authors: I. Rotscholl, A. Voelz, K. Kirchhoff, C. Schwanengel, U. Krueger

SID 2025

The authors present and validate an easy-to-set up approach to measure the reflection properties of a display that can measure not only the specular, haze, and Lambertian components of display reflection, but also the diffractive component. They then research the fundamental dependencies of this fourth reflection component through a series of measurements using a variable aperture source.
Authors: Ingo Rotscholl, Kilian Kirchhoff, Alexander Voelz, Udo Krueger

Society for Information Display 2025

We present and validate an easy-to-setup approach to measure the reflection properties of displays. It is based on a wide field of view conoscopic lens in conjunction with an orientation detection algorithm. Using this approach, we can measure not only the specular, haze, and Lambertian components of display reflection but also the diffractive component. We then investigate the fundamental dependencies of this fourth reflection component through a series of measurements using a variable aperture source and an LC and OLED display. Through these experiments, we can show that the diffractive component scales linearly with the light source's luminance and depends on the angular subtense of the light source.
Authors: Ingo Rotscholl, Kilian Kirchhoff, Alexander Voelz, Udo Krüger

Information Display 2025

The imaging luminance measurement device type II-based method is a promising way to verify the conformity of the legibility of automotive displays.
Authors: Alexander Voelz, Ingo Rotscholl, Udo Krüger, Achim Pross, Jürgen Gaugele, Markus Kreuzer
Typ:
Add-On
Anwendungen:
Architektur Automotive Display Infrastructure Luftfahrt
Messgröße:
Farbmessung Lichtmessung
Aufgaben:
Entwicklung & Industrie Wissenschaft & Forschung