Einbrennbild und Leuchtdichtebilder des Relaxationszeitraums, die das Phänomen veranschaulichen
Fortgeschrittene Image-Sticking-Messungen
Application Note – Fortgeschrittene Image-Sticking-Messungen
Diese Seite zeigt eine Zusammenfassung der Application Note. Thema des Dokuments ist die Messung von Einbrenneffekten auf Displays und die wichtigsten Aspekte, die bei einer Messung berücksichtigt werden müssen. Diese Konzepte sind allgemein und daher unabhängig von einer bestimmten Bewertungsmethode.
Was ist Image Sticking?
Statische oder teilweise statische Bildinhalte sind in bestimmten Display-Anwendungen typisch, z. B. im öffentlichen Bereich auf Flughäfen und Bahnhöfen (Reiseinformationen) oder auf Touchscreens (HMI). Wird das Bild dann aktualisiert, so kann ein Geisterbild des zuvor statischen Inhalts vorübergehend oder auch dauerhaft sichtbar bleiben. Dieses Phänomen wird als Image Sticking, Residual Image, Latent Image, Image Retention oder Burn-In bezeichnet. Diese Application Note erläutert wichtige Aspekte der Image-Sticking-Messungen. Sie beschreibt die Möglichkeiten und Vorteile der TechnoTeam-Auswertungsverfahren unter Verwendung einer LMK 5 oder LMK 6 und von LabSoft.
Messaspekte des Image Sticking
Eine Image-Sticking-Messung, bzw. eine Messreihe, besteht aus drei Schritten:
- Aufwärmphase, um das Display von einem möglichen anfänglichen Image Sticking zu bereinigen und um einen stabilen Zustand zu gewährleisten
- In der Einbrennphase wird ein Muster angezeigt, um ein Worst-Case-Szenario für Image Sticking herbeizuführen. Je nach Methode werden unterschiedliche Muster und Graustufen verwendet
- Relaxationsphase zur Messung des zeitlichen Verlaufs (Relaxation) des Image Sticking. Je nach Methode werden unterschiedliche Muster und Graustufen verwendet
Image-Sticking-Messreihen können sehr zeitaufwändig sein und je nach Display auch nicht wiederholt werden, da die Displays einen dauerhaften Schaden davontragen können, z. B. bei OLED-Displays. In diesem Zusammenhang sollten die drei wichtigsten Aspekte einer Image-Sticking-Messung vor und während der Messung berücksichtigt werden. Diese sind die zeitliche Synchronisation, die verwendeten Graustufen und die Art der Ungleichförmigkeitskorrektur des Displays.

Oben: Allgemeiner Aufbau einer Image-Sticking-Messung mit einer Leuchtdichtemesskamera (ILMD) wie z. B. der LMK 6 Unten: Allgemeiner Ablauf einer Image-Sticking-Messreihe mit beispielhaften Testbildern.
Einfluss des Timings

Oben: Benutzeroberfläche zur Auswahl der Triggerposition
Unten: Funktionsweise des Triggers während einer Image-Sticking-Messung
Der Beginn der Leuchtdichtemessung des ersten Relaxationsbildes muss genau auf den Wechsel der Testbilder bezogen werden, um das anfängliche Ausmaß des Image Sticking korrekt beurteilen zu können. Wenn die Messung zu spät beginnt, beginnt das Image Sticking bereits zu verschwinden. Wenn die Messung zu früh beginnt und Teile des Einbrennmusters versehentlich ausgewertet werden, wird der Wert zu hoch sein. All dies wird noch komplexer, wenn zwischen dem Senden des Testbildes und der tatsächlichen Umschaltung eine vom Signalweg und Display abhängige (unbekannte) Verzögerung besteht.
TechnoTeam hat einen bildinhaltbasierten Trigger für die LMK 6 entwickelt, um eine einfache ;Synchronisation des Messbeginns zum Testbildwechsel zu ermöglichen. Die Kamera beobachtet einen frei einstellbaren Teil des Einbrennmusters mit einer sehr hohen Abtastfrequenz und erkennt den Testbildwechsel optisch. Von diesem genau definierten Referenzpunkt aus kann eine beliebige Verzögerung eingestellt werden, um den Start der Messung festzulegen. Die Abbildungen veranschaulichen das Funktionsprinzip des bildinhaltbasierten Triggers von TechnoTeam während einer Image-Sticking-Messung. Diese inhaltsbasierte Triggermethode für Image Sticking ist durch TechnoTeams internationale Patentfamilie geschützt — siehe US 11,557,111 B2.
Graustufen-Abhängigkeit und Korrektur der Ungleichförmigkeit
Bei der Messung von Image Sticking ist es wichtig, die statische Ungleichförmigkeit des Displays von der Leuchtdichteungleichförmigkeit zu trennen, die durch Image Sticking verursacht wird. Es gibt zwei verschiedene Ansätze, diese Trennung vorzunehmen - den zeitlichen und den lokalen Ansatz. Darüber hinaus können statische Ungleichförmigkeit und Image Sticking stark von der Graustufe abhängen, wie die Messdaten auf der rechten Seite zeigen.
Die Softwarelösungen von TechnoTeam bieten volle Flexibilität in Bezug auf die angewandten Graustufen und die Art der Ungleichförmigkeitskorrekturen mit all ihren Vor- und Nachteilen - Letzteres auch im Nachhinein. Auf diese Weise können wir sicherstellen, dass die Image-Sticking-Messung auf das jeweilige Projekt zugeschnitten werden kann.

Beispiel für den Einfluss der Graustufen: Bei diesem LCD-Testdisplay führen unterschiedliche Einbrenn- und Relaxationsgraustufen zu deutlich unterschiedlichen Image-Sticking-Ergebnissen
Ergebnisse
Die Image-Sticking-Ergebnisse werden als zeitaufgelöste Messwerte in Prozent angegeben, einschließlich aller Rohdaten. Außerdem können alle Rohbilder während einer Image-Sticking-Messreihe gespeichert werden. Dies ermöglicht auch die Nachbearbeitung der Daten, z.B. die Änderung der Ungleichförmigkeitskorrektur zwischen dem lokalen und dem zeitlichen Ansatz. Der Three-Level-Ansatz des DFF führt darüber hinaus eine Ortsauflösung ein, bei dem das Image-Sticking-Phänomen für verschiedene Spalten (Regionen) auf dem Display analysiert wird. Dieses Konzept ermöglicht auch eine direkte Ausweitung auf Messungen des Image Sticking bei Farbbildern, was z. B. für OLED-Displays wichtig ist.

Ergebnisse der Relaxationsphase einer Image-Sticking-Messung mit zwei verschiedenen Arten der Ungleichförmigkeitskorrektur. Links: lokal, rechts: zeitlich. Bei einigen Methoden kann die Art der Korrektur auch nach der Messung noch geändert werden.
Zusammenfassung
In dieser Application Note wird das zeitliche Phänomen des Image Sticking vorgestellt und erläutert, welche Aspekte bei seiner Messung zu beachten sind. Ausgehend von den grundlegenden Messprinzipien wurden wichtige Messaspekte kurz diskutiert. Vor allem wegen des großen Zeitaufwands, der mit der Messung verbunden ist, sollten die drei Aspekte zeitliche Synchronisation, Graustufenabhängigkeit und Korrektur der Ungleichförmigkeit von den Personen, die für die endgültige Anwendung und die Messung verantwortlich sind, immer berücksichtigt werden.
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